Maria Anzbach | Die Marktgemeinde mitten im Wienerwald

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Geschichtlicher Rückblick

Der Buchberg trägt eine Ringwallanlage der Jüngeren Bronzezeit (1200-800 v.Chr.). Innerhalb dieses Walles wurden im Hochmittelalter Erdwerke und Burganlagen errichtet, die heute noch deutlich zu erkennen sind.

Maria Anzbach - Eine Wienerwaldgemeinde im Wandel der ZeitFunde von Gräbern bezeugen die Anwesenheit der Römer im Ort und in der Umgebung von Maria Anzbach.

Der Name Amizinesbach (Anzbach) wird in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Otto III. vom 29.4.998 n.Chr. an einen Engilrich erstmals genannt. Die Nachfolger Engilrichs waren die Herren von Amizinesbach, die sich nach dem Bachnamen benannten. 1190 n.Chr. starben diese aus und ihre Erben waren die Lengenbacher, in weiterer Folge die Wallseer und dann war es landesfürstlicher Besitz.

Wappengrabsteine erinnern an die Anwesenheit von Ritterfamilien auf der Veste Waasen, die am westlichen Ortsende lag und 1683 n.Chr. von den Türken zerstört wurde. Die Reste der Veste Waasen sind an der bereits verwachsenen Oberfläche

998

wird unser Ort erstmals als "Amizinesbach" urkundlich erwähnt.

1203

Die Herren von Amicinesbach - sie tragen als einziges adeliges Geschlecht den Namen unseres Ortes - sterben aus, sodaß Anzbach an die Herren von Lengenbach fällt. Es ist anzunehmen, daß die "Anzbacher" eine Wehrkirche errichtet und einen Pfarrer nach Anzbach geholt haben.

1309

Als die jüngeren Lengenbacher auf Neulengbach verzichten mußten, behielten sie Anzbach. Vom letzten Lengenbacher kam es durch Heirat an die Herren von Wallsee.

1311

Ein Pfarrer ist urkundlich nachgewiesen.

1400

Die beiden Presbyterien - die Martinikapelle und das eigentliche Presbyterium mit dem Hochaltar in der Pfarrkirche stammen aus dieser Zeit. Der Bestand einer Schule ist nachweisbar.

1456

Die Herren von Wallsee besitzen noch ein "Amt in Anzbach". Unsere Kirche wird errichtet.

1491

Die Marktrechte für Anzbach sind nachgewiesen.

1529

Anzbach erfährt den ersten Türkensturm: Der Ort wird großteils zerstört, die Kirche total ruiniert und die Feste Wasen gebrochen.

16. Jh.

Gegen Ende dieses Jahrhunderts werden in Anzbach 43 Häuser verzeichnet.

um 1600

Anzbach kommt an die Freiherren von Khuen auf Neulengbach.

1677

Abraham a Santa Clara, kaiserlicher Hofprediger, hält am Feste Mariae Geburt in der Pfarr- und Wallfahrtskirche in Anzbach die berühmt gewordene Predigt "Der glückliche Fischzug in Anzbach".

Abbildung: Anzbach im Jahre 1677 (Kupferstich nach Lerch)

1683

Der zweite Türkensturm bringt erneut große Verheerungen in unser Gebiet und hat auch die Pest zur Folge. Die Orte Langenrohr und Ollern gelobten eine alljährliche Wallfahrt nach Anzbach und halten ihr Gelübte bis heute.

Dieser Türkenkopf über dem Eingang der Schmiede erinnert an diese Geschehnisse.

1750

Das alte Schulhaus wird erbaut.

1795

Anzbach zählt 149 Häuser.

1830

Die Touristik und durch sie hervorgerufene Siedlungstätigkeit bewirken eine wachsende Wirtschaft.

1848

Das bisherige System im Rahmen der Grundherrschaft wird aufgehoben.

1893

Der Bau für das jetzige Schulhaus wird begonnen und ein Verschönerungsverein gegründet.

1898

Das Annunziatakloster "Am Stein" in Furth ist die erste österreichische Niederlassung der Franziskanerinnen-Missionarinnen -Mariens und wurde am 4.8.1898 gegründet. Im selben Jahr wurde das Ludovikaheim, ehemals eine Landwirtschaft, von den Barm-herzigen Schwestern erworben und 1931 in seine jetzige Form gebaut.

1904

Der Spar- und Darlehenskassenverein Anzbach entsteht.

1907

Umwandlung des 1750 errichteten Schulgebäudes in ein Amtshaus.

1910

Eröffnung des Postamtes Anzbach.

1920

Errichtung eines eigenen Gendarmeriepostens. Der um das Jahr 1920 gegründete Siedlerverein wurde 1938 auf Gartenbauverein umbenannt.

1924

Die Versorgung des Gemeindegebietes mit Licht- und Kraftstrom ist größtenteils abgeschlossen.

1933

Anläßlich der 250. Wiederkehr der Türkenbelagerung erhält Anzbach das schon bis 1555 innegehabte Marktrecht wiederverliehen und die Führung eines Wappens genehmigt. Um die Bedeutung des Ortes als Wallfahrtsort zu unterstreichen, wurde bei der Markterhebungsfeier "Maria" dem Ortsnamen vorangestellt.

1938-45

Der Zweite Weltkrieg bringt große seelische und materielle Not.

1946

Mit der Eröffnung der ,,Kinderbewahranstalt" im Altersheim Marianum wird das Fundament für den derzeitigen Landeskindergarten gelegt.

1950

Maria Anzbach wird zur Fremdenverkehrsgemeinde erklärt.

1951

Gründung des Sportvereines.

1952

Auf der Westbahn wird der elektrische Betrieb aufgenommen.

1960-70

Die Verbindungsstraßen werden größtenteils mit Asphaltdecken versehen.

1963

Die Musikschule wird ins Leben gerufen.

1973

Die Gemeinde kauft von den Barmherzigen Schwestern das Marianum zwecks Erweiterung des örtlichen Landeskindergartens.

1975

Erweiterung des Sportplatzes und Abtragung der alten Franzosenkapelle.

1977

Errichtung der Tennisplätze und einer Reithalle; eine ortspolizeiliche Umweltschutzverordnung wird erlassen.

1977-82

Der Innenraum der Kirche, sämtliche Figuren sowie die Kanzel werden renoviert.

1977-85

Errichtung einer Abwasserbeseitigungsanlage für das Gemeindegebiet.

1979

Dem Ersuchen der Gemeinde um Genehmigung einer Marktfahne in den Farben weiß-blau-gelb wird stattgegeben.

1984-89

Errichtung einer Wasserversorgungsanlage für das Gemeindegebiet.

1986

Restaurierung der alten Schönbeckmühle und Einrichtung eines Heimatmuseums.

1989

Am 10. September wird das neu errichtete Feuerwehrhaus Maria Anzbach nach 2 ½ jähriger Bauzeit seiner Bestimmung übergeben.

1992

Am 3. Mai findet die feierliche Einweihung des renovierten und erweiterten Volksschulgebäudes statt.

1998

Maria Anzbach feiert sein 1000-jähriges Jubiläum.

 

 


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09-Jun-2003 15:57